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madhva

Madhva

Madhva (Madhva), auch Madhvacharya genannt, wurde im Jahre 1238 in Pajaka-Kshetra, einem kleinen Dorf, acht Kilometer südöstlich der Kleinstadt Udupi, an der Westküste Südindiens, mit Namen Vasudeva geboren. Seine Philosophie und sein Schriftwerk haben ihn als einen der grössten spirituellen Lehrer Indiens ausgezeichnet. Seine Lehren waren durch und durch theistisch.

Geschichtlich folgte Madhva auf Ramanuja, bewegte sich aber in der Brahma-Sampradaya. In klaren Begrifflichkeiten präsentierte Madhva das theistische vedische Wissen und legte Nachdruck auf das, was Ramanuja nur leise angesprochen hatte: Hingabe, sowohl als Weg, als auch als Ziel der Gotteserkenntnis.

Madhva schrieb Kommentare zum Vedanta-Sutra, Shrimad-Bhagavatam, Mahabharata und der Bhagavad-Gita und führte auch eine strenge Ordnung für Tempelriten in Udupi ein, die noch heute befolgt werden.

Madhvas Geburt

Madhvas Eltern lebten ursprünglich in Kadiyali, einem kleinen Dorf nahe Udupi. Vom Verlust zweier Söhne bekümmert, zogen sie in das Dorf Pajaka-Kshetra. Tag für Tag gingen die beiden von Pajaka-Kshetra nach Udupi und beteten zur Bildgestalt darum, mit einem erhabenen Sohn gesegnet zu werden. Zwölf Jahre lang unterzogen sie sich dieser Mühe. Während eines Tempelfestes erklomm einer der Priester eines Tages den Fahnenmast und verkündete, dass der Gott des Windes, Vayu, bald auf der Erde geboren und viele aussergewöhnliche Taten vollbringen würde. Bald darauf erfüllte sich die Prophezeiung, und die beiden wurden mit einem männlichen Kind gesegnet, das sie Vasudeva nannten und das später als Madhva-Acharya bekannt wurde.

Kindheit

Zu mehreren Gelegenheiten zeigte Vasudeva, dass er kein gewöhnlicher Sohn war. Sein Vater, Madhyageha, hatte einst Schulden gemacht. Der hartnäckige Gläubiger kam zu seinem Haus, setzte sich auf die Stufe vor der Haustür und erklärte, dass er fasten würde bis die Schuld beglichen sei. Vasudeva sah Madhyagehas Unruhe und beschloss, die Situation zu retten. Er führte den Gläubiger hinter den Wassertank unter einem grossen Tamarindenbaum, nahm eine handvoll Tamarindensamen und schüttete sie in die Hände des Geldgebers. Dieser dachte zuerst, dass das Kind nur spielte, aber als er erneut in seine Hände schaute, sah er, dass sich die Samen in Goldmünzen verwandelt hatten, gerade ausreichend, um die Schulden zurückzuzahlen.

Weil Vasudeva so erstaunlich war, wollte ihm sein Vater aus väterlicher Zuneigung eine Ausbildung geben. Daher führte er die aksara-abhyasam-Zeremonie durch, mit der ein Kind seine Schulung beginnt. Kurz nach seinen ersten Studien hatte Vasudeva eines Tages eine Gelegenheit, seine Gelehrsamkeit zu prüfen. In dem nahegelegenen Dorf Nayampalli gab ein Brahmana namens Shiva Vorlesungen über die Puranas, und Vasudevas Eltern hatten den Knaben mitgebracht, um den Vortrag zu hören. Eine schwierige Textstelle kam, und der Brahmana war sichtlich verwirrt und unfähig, die klare Bedeutung des Verses darzulegen. Er sprach trotzdem weiter, bis plötzlich Vasudeva das Wort ergriff und zum Erstaunen der Versammlung, den wahren Gehalt des Aphorismus offenbarte.

Jugend

Nach dem Abschluss seines Sanskrit-Studiums im Alter von elf Jahren, machte sich Vasudeva auf die Suche nach einem Guru, der ihn in den Lebensstand der Entsagung, Sannyasa, einweihen würde. Bereits im Alter von fünf Jahren hatte er die Einweihung in den brahminischen (priesterlichen) Stand empfangen. In Udupi fand er Achyuta Preksha, ein Mönch der Advaita-Schule. Er wandte sich mit grossem Respekt an Achyuta Preksha und ermpfing seine Segnungen. Er lebte unter seiner Führung und wurde ein gehorsamer Schüler. Unterdessen war Vasudevas Vater, wegen der langen Abwesenheit seines Sohnes von zuhause, beängstigt. Madhyageha kam nach Udupi und fand sein geliebtes Kind in Achyuta Prekshas Kloster. Als er die Absichten seines Sohnes (als Mönch leben zu wollen) erkannt hatte, versuchte Madhyageha ihn zur Heimkehr zu bewegen, aber seine Bemühungen waren vergebens. Mit grossem Kummer ging Madhyageha nach Hause. Nachdem er den Vorfall seiner Frau berichtet hatte, war die ganze Familie in eine leidvolle Lage versetzt, und seine Frau überredete Madhyageha, den geliebten Sohn nochmals aufzusuchen und alles Mögliche zu tun, um ihn nach Hause zu bringen.

Madhyageha ging wieder zu dem Ashram, konnte jedoch lediglich feststellen, dass Achyuta Preksha eine Pilgerreise zu den heiligen Orten Südindiens begonnen hatte. Unverzüglich folgte er der Gruppe. Südlich von Udupi überquerte er den Fluss Netravathi und fand seinen Sohn im Kuthyadi-Ashram in dem Dorf Kayuru. Wieder ersuchte er ihn, nach Hause zu kommen. Vater und Sohn diskutierten eine Weile bis Madhyageha schliesslich wütend wurde und drohte, sich zu töten, falls Vasudeva Sannyasa, den Mönchsstand, annehmen würde.
Angesichts der Erregung seines Vaters sagte Vasudeva, dass er die Meinung seiner Mutter respektieren würde und erst dann in den Lebensstand der Entsagung eintreten würde, wenn sie einen weiteren Sohn zur Welt gebracht hätte.

Nach seinem sechzehnten Geburtstag wurde ein weiteres männliches Kind geboren, und mit der Erlaubnis seiner Eltern wurde ein glückverheissender Tag ausgewählt, an dem Vasudeva im Anantasana-Tempel in Udupi, in den entsagten Lebenstand eintrat. Zwischen Guru und Schüler ergab sich eine interessante Beziehung. Während Achyuta Preksha als ein unerschütterlicher Anhänger der Linie Shankaras stand, war es Madhva bestimmt, seine eigene Linie zu beginnen1) und neues Licht auf die wenig entwickelten schriftlichen Schlussfolgerungen Shankaras zu werfen.

Madhvas Philosophie des Veda

Madhva wich in vieler Hinsicht von Shankara ab. Wie Ramanuja, unterstützte er, dass Shankara dem Hauptaphorismus der Veden, pranava omkara, keinen Nachdruck verliehen hatte. Aus der Sicht Madhvas hatte Shankara stattdessen die Aufmerksamkeit auf zweitrangige Aussprüche, wie tat tvam asi, gelenkt. Nach Madhva bieten Shankaras Lehren also nicht das ganze Bild, sondern nur Teilwissen von dem, worauf die Veden hindeuten.

Shankara bestand in seiner Lehre so sehr auf dem Einssein, der einen Identität aller Dinge, dass seine Sicht von der höchsten Wirklichkeit, kein Getrenntsein zuliess.
Madhva hingegen betonte fünf absolute und ewige Unterschiede zwischen Gott, der individuellen Seele (Atman) und Materie.

Er unterschied:

  • zwischen Gott und der begrenzten Seele,
  • zwischen Gott und der unbeseelten Welt der Materie,
  • zwischen einer begrenzten Seele (Atman) und einer anderen,
  • zwischen der begrenzten Seele und Materie und
  • zwischen einem unbeseelten Objekt und einem anderen.

Madhva erkannte auch eine absolute Übereinstimmung in jeder dieser fünf genannten ewigen Unterschiede.

  • Gott und die begrenzte Seele sind miteinander in dem Sinne identisch, dass beide bewusst sind und in einer Beziehung zueinander stehen, wie das Ganze zu seinen Teilen.
  • Gott und Materie sind insofern aufeinander bezogen, als Materie den höchsten Herrn wegen seiner Schöpfung und Erhaltung bedarf.
  • Begrenzte Seelen sind insofern identisch, da sie alle Teile Gottes, von ihm abhängig und bewusst sind.
  • Die begrenzte Seele und Materie sind in dem Sinne dasselbe, als beide von der Überseele (Gott) abhängig sind.
  • Unbeseelte Objekte sind identisch, da ein jedes von Gott, der sie in einem geordneten System verbindet, abhängig ist.

Seine Philosophie, "dvaita" (Dualismus), unterstreicht das ewige Verschiedensein zwischen dem Lebewesen und Gott. In diesem Sinne ist seine Philosophie der (nicht-dualen) Advaita-Lehre Shankaras direkt entgegengesetzt. Es ist jedoch wichtig festzuhalten, dass beide, Madhva und Shankara, darin übereinstimmen, dass die der Sinneswahrnehmung entspringende Dualität illusorisch ist. Madhvas Dualismus ist ein transzendenter Standpunkt, um zu dieser Auffassung zu gelangen, muss man das "falsche Ego" sterben und das wirkliche Ego (das individuelle Atman-Wesen) im selbstlosen Dienst zu Gott aufblühen lassen.

Madhva führte das Konzept von vishesha ein, um Gottes Einheit mit der Vielfalt seiner Eigenschaften und Merkmale in Einklang zu bringen. Genauso, wie wir keinen Unterschied zwischen einem Laken und seiner Weisse wahrnehmen und doch gleichzeitig eine Eigenheit (vishesha), nämlich die Weisse des Lakens erkennen, offenbart ein genauerer Blick auf das Brahman, dass Gott in harmonischer Vielfalt existiert. Dies ist, im Gegensatz zur monistischen Haltung Shankaras, eine theistische Ansicht, welche die begrenzte Seele als ein ewiges Individuum sieht, welches für ewig im herrlichen Dienst (Bhakti) zu Gott beschäftigt bleibt.
Zur gleichen Zeit wird alles Existierende als ein organisches Ganzes betrachtet.

In philosophischen Diskussionen zeigte Purnaprajna, wie Madhva zu der Zeit genannt wurde, regelmässig die zahlreichen Mängel an den Advaita-Interpretationen des Vedanta-Sutra auf. Dies wurde von seinem Guru bemerkt. Achyuta Preksha erkannte, dass sein Student sehr stark war und selbst bald ein grosser Lehrer sein würde. Er machte ihn zum Leiter eines anderen Klosters und gab ihm den Namen Ananda Tirtha.

Madhva, der Lehrer

Sobald sich die Nachricht herumsprach, dass Ananda Tirtha ein neuer spiritueller Führer war, strömten viele Pandits (Gelehrte) nach Udupi und versuchten, ihn in philosophischen Streitgesprächen zu schlagen, was damals der Brauch war. Zu jener Zeit hielten sich viele Buddhisten und Jainiten im südlichen Gebiet Kanara auf. Der grösste Gelehrte der Buddhisten, Buddhi Sagara, kam um Purnaprajna herauszufordern und wurde geschlagen. Seine Niederlage wurde anerkannt, als er, nach nur eintägiger Debatte, in der Nacht floh. Dieser Sieg brachte Madhva beachtliche Aufmerksamkeit. Sogar Madhva-Acharyas Guru, obwohl ein unbeugsamer Advaiti, war von Anfang an beeindruckt von den anscheinend unwiderlegbaren Argumenten des immer frischen Madhva. Deshalb forderte er Madhva-Acharya auf, seinen eigenen Kommentar zum Vedanta-Sutra zu schreiben. Madhva nahm diese Aufforderung an. Damals bestand der Anspruch, dass jedes philosophische System, dessen Gedanken auf der vedischen Literatur gründen, auf einem Kommentar zum Vedanta-Sutra aufgebaut sein muss.

Einen Grossteil seiner Zeit verbrachte Madhva-Acharya in philosophischen Streitgesprächen mit den damals führenden Denkschulen Indiens. Er diskutierte sowohl mit jenen innerhalb der vedischen Tradition, als auch mit Buddhisten und Jainisten, welche die Veden nicht als die Norm offenbarten Wissens in literarischer Form akzeptierten. Um sicher zu sein, hatten diejenigen ausserhalb der vedischen Tradition ihre eigene literarische Grundlage, auf der ihre Doktrin baute. Madhva wandte gegen diese philosophischen Gegner mit überwältigendem Erfolg eine erstaunliche Logik an, wie sie im Vedanta-Sutra zu finden ist. Bei jenen Gegnern innerhalb der vedischen Tradition waren Madhvas Diskussionen dergestalt, dass er seiner These direkt vom Vedanta-Sutra, was in Indien noch heute als der Zenit der Logik und Argumentation (nyaya shastra) angesehen wird, Nachhalt lieferte.

Innerhalb der Vedischen Tradition werden die Veden, Upanischaden und nachfolgende Schriften, wie die Puranas, wie Gesetzbücher in unserem heutigen Rechtssystem angesehen. Wenn zwei Anwälte vor Gericht gehen, so tun sie das mit der Absicht, genau das durchzusetzen, was in dem gegebenen Fall Gesetz ist. Beide versuchen, ihre Anschauung durchzusetzen, indem sie sowohl die geltenden Gesetzbücher zitieren, als auch solche Bücher, die Schilderungen von ähnlichen Fällen und davon, wie das Gesetz in diesen Fällen ausgelegt wurde, enthalten. Die Veden und ihre Folgeliteratur können mit Gesetzbüchern und Fallbeschreibungen verglichen werden. Wenn wir deshalb von den philosophischen Debatten Madhvas sprechen, behandeln wir Debatten vergleichbar denen, die heutzutage von Anwälten geführt werden, oder genauer gesagt denen von Wissenschaftlern, entsprechend der Natur der Themen. Sie diskutierten Wirklichkeit und deren Natur in allen Ebenen der Wahrnehmung, und jede Partei war theoretisch bereit, sollte sie unterliegen, ihre bisherige Auffassung aufzugeben und den Sieger als spirituellen Mentor zu akzeptieren.

Madhvas Reise zu Vyasadeva

Bevor Madhva seinen Vedanta-Sutra-Kommentar schrieb, reiste er für einige Jahre. Während dieser Zeit gewann er die Erkenntnis, dass er einen Kommentar zur Bhagavad-Gita schreiben sollte. Als er daran schrieb, beschloss er, in die Himalayas zu gehen, um Vyasadeva (dem ursprünglichen Autor der vedischen Literatur, der noch immer in den Himalayas lebt) seinen Respekt zu zollen und dessen Segen für sein neues hingebungsvolles philosophisches System (Sampradaya) zu erhalten. Begleitet von seinem Schüler Satya Tirtha, erreichte er Badrinath und verweilte im Ananda Ashram, um sich auf den letzten Teil der Reise vorzubereiten.

Nachdem er seinen Gita-Kommentar an diesem Abend der Bildgestalt als Opfergabe dargebracht hatte, begann Madhva die erste Zeile zu lesen. In demselben Augenblick ging eine himmlische Stimme von der Bildgestalt aus, die Madhva bat eine kleine Korrektur vorzunehmen. Wo Madhva geschrieben hatte: "Ich werde die Bedeutung der Gita meinen Fähigkeiten entsprechend erklären", warf die Bildgestalt ein: "Du bist in der Lage die volle Bedeutung zu erklären, aber in Übereinstimmung mit dem Ausmass des Verständnisses deiner Studenten, solltest du nur ein wenig erklären." Damit war angezeigt, dass die Entfaltung des vollkommenen theistischen Verständnisses der Gita von einem anderen grossen Lehrer in der Zukunft vorgenommen werden sollte.

Madhva empfand dann den Wunsch, in die höheren Himalayas, zum Aufenthaltsort Vyasas zu reisen. Er bereitete sich auf die Reise mit einer 48-tägigen Fastenzeit und stillen Meditation vor. Vor seiner endgültigen Abreise schrieb er seinen Schülern: "Dieser Ort ist heilig. Vishnu ist der Höchste. Mein Wort ist zum Wohle aller gedacht. Ich gehe, um Vyasa Ehre zu erweisen. Ich mag wiederkehren oder nicht. Möge Gott Euch segnen." Als er an das Ende seiner mühsamen Reise gelangte, ging Madhva langsam zu dem heiligen Gebiet, wo Vedavyasa von Rishis umgeben sass. Dort empfing er aus dem Munde Vyasas die Segnung, seinen Kommentar zum Vedanta-Sutra zu schreiben. Damit war seine Mission erfüllt, und Madhva kam zum Ananda Ashrama zurück, wo Satya Tirtha, sein Schüler, Madhvas Kommentar niederschrieb und Vorkehrungen für die Erstellung und Aussendung von Kopien traf.

Nach Osten reisend, kam Madhva dann schliesslich am Fluss Godavari (Ostzentralindien) an. Dort traf er am Ufer des Godavari, in der Stadt Ganjam, eine Gruppe von Pandits und erörterte Philosophie. Er besiegte Buddhisten, Jainisten, Charvakas und Nachfolger Shankaras. Er bekehrte die beiden grossen Pandits, Shri Sobhana Bhatta und Shri Rama Shastri, die seine Schüler wurden und die Namen Padmanabha Tirtha und Narahari Tirtha empfingen. Sobhana Bhatta und andere Schüler begleiteten ihn auf seinem Rückweg nach Udupi. Seine spirituelle Stellung war nun ungeschlagen und unherausgefordert. Er gab vielen Gottgeweihten die Einweihung und überzeugte Tausende von Menschen, bei seiner Dvaita-Vada-Philosophie Zuflucht zu suchen.

Krishnas Bildgestalt erscheint

Udupi war im Begriff, der Sitz von Madhvas transzendentaler Ontologie des dvaita-vada zu werden. Es war in dieser Stadt, wo sich einer der bedeutendsten Vorfälle seines Lebens ereignete. Als er ein Bad im Meer nahm, bemerkte Madhva einen seefahrenden Kaufmann in Not. Schwere Winde hatten seine Annäherung an die Küste gefährlich gemacht, und er war auf eine Sandbank gelaufen. Vom Strand aus dirigierte Madhva, sein Tuch schwenkend, den Seefahrer sicher an die Küste. Heil angekommen, fühlte sich der Kapitän Madhva gegenüber tief verschuldet und drückte seinen Wunsch aus, ihm ein Geschenk machen zu dürfen. Madhva willigte ein und bat nur um ein Stück Lehm, dessen Wert unbedeutend war. Aber sehr zum Erstaunen eines jeden befand sich im dem Lehm eine grosse Bildgestalt Shri Krishnas. Die Neuigkeit verbreitete sich in Udupi, und die Bildgestalt wurde im Tempel installiert. Somit wurde Madhvas Schule in Udupi fest etabliert, und bis zum heutigen Tage wird die Bildgestalt von zahlreichen Anhängern Madhva-Acharyas verehrt.

Im Laufe der Zeit richtete Madhva-Acharya acht Tempel in Udupi ein und ernannte acht seiner führenden Schüler als Hauptpriester, die verantwortlich für die ehrwürdigen Bildgestalten waren.

Madhva lebte 79 Jahre und schrieb 37 Bücher.

Geschichte

Westliche Gelehrte interpretierten seine Philosophie als vom Christentum beeinflusst.2) Aber nichts könnte weiter von der Wahrheit entfernt liegen. Madhva hat seine monotheistische Philosophie eindeutig mit Nachweisen aus der vedischen Literatur untermauert, und seine Lehren könnten eher als eine Entwicklung theistischen Gedankenguts angesehen werden, aufbauend auf dem, was früher von Ramanuja angeboten wurde.

1)
Eigentlich war es keine eigene oder neue Linie, sondern die Wiederbelebung und Erneuerung der Brahma-Sampradaya.
madhva.txt · Zuletzt geändert: 2014/06/27 11:58 (Externe Bearbeitung)