Feinstofflicher Körper

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Grundlagen der
Vaishnava-Lehre

Das Selbst (Atman)
umhüllt von:


Die Kräfte Gottes


Gottes Reich


Einheit in Vielfalt


Zur Geschichte

Der feinstoffliche Körper (Liṅga-Deha) besteht aus folgenden Schichten, die den Atma umhüllen:

Inhaltsverzeichnis

Ahankara

Das (falsche) Ich. Das sich als eine Einheit, eine Person wissen, fühlen, erleben. Die feinstoffliche Grundlage des Ich-Gefühls.

Dieses falsche Ich, die feinstoffliche Grundlage des Ich-Gefühls, besteht aus dem Stoff der Maya. Dieses falsche Ich ist ein Teil der feinstofflichen Hülle. Das Ahankara veranlasst den Atma sich selbst zu vergessen. Durch dieses Selbstvergessen ist er gezwungen, sich mit den feinen und groben Hüllen zu identifizieren. Der Atma glaubt nun: "Ich bin die Gesamtheit meines Körpers, meines Denkens, Fühlens etc., ein Produkt dieser vergänglichen Welt". Dieses feinstoffliche Ich kann durch Verletzung, Trunkenheit usw. eliminiert werden.

Das Ahankara ermöglicht es, dass sich der Atma irrtümlicherweise mit den unterschiedlichsten psychischen und physischen Zuständen identifizieren kann.

Citta

Das rein rezeptive, passive Bewusstsein und Unterbewusstsein.

Citta ist theoretisch rein, unveränderlich, ruhig, still; tatsächlich aber voller lustbetonter oder auch unlustbetonter Eindrücke (Zuneigung und Abneigung) aufgrund vergangener Erlebnisse in unzähligen grobstofflichen Körpern (auf Sanskrit: Vasanas).
Das Citta ist rein rezeptiv, passiv, und wird deswegen sehr oft mit einem Spiegel oder der Oberfläche eines Wassers verglichen. Die Eindrucksfähigkeit ist um so höher, je klarer und reiner dieser Spiegel ist, gleichsam einer ganz ruhigen, stillen Wasserfläche. Je weniger sich zwischen das Objekt, das gespiegelt werden und einen Eindruck hinterlassen soll, und dem Spiegel des Bewusstseins störend einschiebt, desto eher wird die Erkenntnis objektiv sein. Also Reinheit des Bewusstseins, Klarheit der Aufnahmefähigkeit, das Nichtverzerren der Form und Substanz und die Nichtentstellung des Objektes auf dem Weg zwischen den physischen Sinnen (Augen, Ohren etc.) und den Nerven bis zum Spiegel des Bewusstseins sind die Voraussetzungen dafür, dass ein Objekt als das wahrgenommen wird, was es ist.
Davon ist sehr wohl zu unterscheiden der Ausdruck Cit. Cit ist das, was aus reiner, unmittelbarer Erkenntnis besteht (das, was vom erwachten Atma selbst wahrgenommen wird). Citta dagegen besteht nicht aus Erkenntnis, sondern es ist sozusagen ein feinstoffliches Organ, das sämtliche Eindrücke und Empfindungen speichert und das dadurch Erkenntnis erwirbt. Der Inhalt des Citta ist bloss mittelbare, indirekte Erkenntnis.

Buddhi

Intelligenz, Vernunft, Verstand.

Das Bewusstsein stellt fest, nach Überlegung und Erwägung, was das ist, was wahrgenommen wurde, das heisst, es wird durch die Funktion der Vernunft erkannt, was das im Citta erlebte Objekt ist, wo es ist, von wo es herkommt, wie es zu erreichen ist. Diese Erkenntnis kann gemäss den Shastras folgenden Inhalt haben:

  • Direkte Erfahrung, Schlussfolgerungen, Wahrnehmung der Abwesenheit einer Sache oder das, was die Shastras, die als absolute Erfahrungsquelle gelten, darüber aussagen. Man nennt das Pramana, Erkenntnis dessen, was real ist.
  • Irrtum oder Erkenntnis einer Sache, so wie sie überhaupt nicht ist (Viparyaya).
  • Erkenntnis einer Sache, die nur als blosses Wort besteht, aber keineswegs eine Realität hinter sich hat, z. B. "das Horn eines Hasen". Man nennt das Vikalpa.
  • Gedächtnis, Erinnerung, ein Wissen, das aus dem Eindruck entstand, den eine frühere Erfahrung hinterliess (Smrti).
  • Schlaf, d. h. die Erkenntnis hat überhaupt nichts zum Gegenstand, das Bewusstsein ruht; man nennt das Nidra.

Diese Überlegungs- und Analysefähigkeit der feinstofflichen Hülle nennt man Buddhi.

Manas

Denken, Fühlen, Wollen. Wird oft mit 'Geist' oder 'Verstand' übersetzt (aus dem englischen 'mind').

Diese Schicht der feinstofflichen Hülle besteht aus der Bereitschaft etwas zu erleben. Diese Bereitschaft führt zu einem Begehren, das als "Wohl" Erlebte von neuem und stärker zu erleben, gedanklich, in der Phantasie bei dem Wohl gebenden Objekt zu verweilen - oder auch, bei dem Unwohl gebenden Objekt zu verweilen, darüber zu brüten.
Diese ständige Bereitschaft des Bewusstseins wird Manas genannt. Auch die Gesamtheit aller Bewusstseinsschichten heisst zuweilen Manas. Aus dem Manas entwickelt sich ein Begehren, Lust, 'Kama' genannt. Es ist das Manas, das ein Objekt begehrenswert macht, das ihm Farbe verleiht, so dass es als anziehend empfunden wird. Ebenso enthält dieses Bewusstsein der Bereitschaft auch das Gegenteil - nicht Lust, sondern "Hass/Zorn" oder 'Krodha', also Ablehnung dessen, was entweder als Unwohl erlebt wird, oder dessen, was sich dem Erleben eines Wohles in den Weg stellt.

Krishna sagt: "Die acht Stoffe Erde, Wasser, Feuer, Luft, Äther, Geist (Manas), Intelligenz (Buddhi) und falsches Ego (Ahankara) bilden zusammen meine abgesonderte, materielle Energie (Prakriti)." (Bhagavad-Gita 7.4)

Links

Ausführliche Erklärungen von Walther Eidlitz

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