Karma
Aus Vishnupedia
Karma (Karma) bedeutet im strengen Sinn der Worterklärung: Tat, Handlung.
In den verschiedenen Erklärungen von Guru (Lehrer), Sadhu (Heiligen) und Shastra (heiligen Texten) wird dieser Begriff noch weiter ausgeführt:
- als geistige oder körperliche Handlung selbst
- als die Folge einer geistigen oder körperlichen Handlung
- als Ergebnis vieler Handlungen eines Lebewesens im Kreislauf der Geburten und Tode
- als ein Naturgesetz, in dem sich Ursache und Wirkung wie eine Kette des Schicksals für ein bestimmtes Lebewesen aneinander reiht
- als rituelles Tun (um gute Reaktionen zu ernten)
Damit wird klar, dass über einen rein wörtlichen Gehalt hinaus, der Beriff Karma auch die Folgen des Tuns einschliesst. Die Handlungen erzeugen dabei nicht nur Wirkungen, welche die Umwelt beeinflussen, sondern wirken auch auf den Handelnden selbst zurück. Als Grundeinsicht der meisten vedischen Karmalehren gilt daher das Verständnis:
Das Wesen des Menschen, seine Eigenschaften und seine Lebensumstände sind das Ergebnis seiner eigenen inneren und äusseren Tätigkeiten. Er ist das, wozu er sich selbst gemacht hat. Von dem, was er tut, hat er seinen Vorteil; für das, was er (an-)tut, leidet er.
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Drei Arten von Karma
Die vedischen (alt-indischen) theologischen Schriften, wie die Bhagavad-Gita, unterscheiden zwischen drei Arten von Handlungen: Karma, Vikarma und Akarma.
Karma
Karma sind Handlungen, die eine angenehme Rückwirkung erzeugen. Allgemein sind es Tätigkeiten, die vom Veda jenen empfohlen werden, die versuchen im Universum ihr Glück zu finden.
Vikarma
Vikarma sind Handlungen, deren Wirkungen als Leid empfunden werden. Es sind jene Tätigkeiten, von denen der Veda abrät. Doch damit uneinsichtige Menschen, die sich von sattvischen Empfehlungen nicht behindern lassen, trotzdem nicht uneingeschränkt Leid verbreiten, findet sich in rajasischen und tamasischen Bereichen des Veda ein Regelwerk, das den Menschen solche Tätigkeiten gestattet, aber diese gleichzeitig durch damit verbundene Rituale behindert.
Der Karma-Kandha Teil der Veden unterscheidet diese zwei Arten der Handlungen entsprechend den in den Veden zu findenden moralischen und ethischen Richtlinien als glückbringende und leidbringende Tätigkeiten.
Bindung durch Karma und Vikarma
Dem Tun beider Kategorien ist gemeinsam, dass es Bindung im Kreislauf der Wiedergeburt erzeugt. Es wird deshalb als Karma-Bandhana bezeichnet: Bindung an das eigene Tun im Kreislauf der Wiedergeburt.
Akarma
Die dritte Art von Handlungen werden Akarma (Nicht-Handeln) genannt, das heisst, sie erzeugen weder angenehme, noch leidvolle Wirkungen, sondern verursachen durch ihren Bezug zur göttlichen Welt, keine "materielle" Wirkung, die in Form einer Reaktion "geerntet" werden müsste. Als Akarma wird grundsätzlich alles Tun bezeichnet, das in Gott gründet. In der Bhagavad-Gita wird wie folgt darauf verwiesen:
- "Jemand, der nicht motiviert ist, die Früchte seiner Handlungen zu geniessen, befreit sich schon in diesem Leben von guten (Karma) und schlechten Taten (Vikarma). Beschäftige dich deshalb auf dem Pfad des selbstlosen Handelns, denn solches Buddhi-yoga, die Ausgeglichenheit im selbstlosen Handeln, ist bestimmt die wahre Kunst des Handelns." (2.50)
Weiterer Sinngehalt
Über den rein wörtlichen Gehalt hinaus, schliesst der Beriff Karma auch die Folgen des Tuns ein. Entsprechend den Handlungen werden Wirkungen erzeugt, die auf den Handelnden zurückfallen. Da niemand nur gut oder nur schlecht handelt, sind auch die auf den Verursacher zurückfallenden Wirkungen in unterschiedliche Verhältnisse von Genuss und Leid aufgeteilt. Diese werden dann oft als sogenanntes gutes oder schlechtes Karma oder einfach nur als karmische Reaktionen bezeichnet.
Das Gesetz von Aktion und Reaktion
Das Gesetz des Karmas wird als eine Art Naturgesetz des Ausgleichs verstanden, das dafür sorgt, dass jedes Lebewesen die Früchte seines eigenen Tuns in der Zukunft entgegennehmen muss. Es ähnelt dem newtonschen Gesetz von Ursache und Wirkung, entzieht sich jedoch aufgrund seines subtilen Charakters physikalischer Überprüfbarkeit, obwohl es sich unter anderem auch auf der grobstofflichen (physikalischen) Ebene auswirkt. Mit diesem Verständnis verliert der Zufall seine Grundlage. Stattdessen erhält der Begriff eine sehr wörtliche Bedeutung: etwas, was einem aufgrund des eigenen vergangenen Tuns zu-fällt.

